Feng Shui

Feng Shui ist ein uraltes, aus dem noch älteren indischen Vastu Shastra stammendes chinesisches Wissen um das menschliche Leben und Wohnen in Harmonie mit Natur und Umwelt. Danach ist alles von universeller Energie (Chi) durchdrungen, steht in Beziehung zu einander; jedes Ding, jedes Lebewesen, jeder Gedanke, jedes Gefühl. Nichts existiert isoliert. In Harmonie kann der Mensch Ruhe und Kraft schöpfen; in Harmonie kann Gesundheit, Glück und Erfolg erwachsen.

Um auszudrücken, dass hinter allem uns Umgebenden eine Energiequelle existiert ohne die Leben nicht möglich ist, und wie sehr  wir von den Einflüssen unseres Umfeldes geprägt werden, wählten die Namensgeber symbolhaft die beiden einander durchdringenden „Elemente“ Wind (Feng  –chin. Zeichen-) und Wasser (Shui  –chin. Zeichen-).

Feng Shui lebt im Geist des I Ging, dem Buch der Wandlungen, wie in der chinesischen Medizin, Astrologie, Landschaftsgestaltung, Architektur. Der chinesische Kalender spielt eine zentrale Rolle bei der Ermittlung des Energieflusses, des richtigen Zeitpunktes für Aktivitäten, und er gibt Ratschläge was zu tun oder zu vermeiden ist.

Feng Shui ist eine Kunst und Ausdruck der gesellschaftlichen, kulturellen und wissenschaftlichen Errungenschaften der chinesischen Zivilisation. Es ist Teil des überlieferten und bis heute gegenwärtigen chinesischen Empfindungs- und Gedankengutes, das auf 5000 Jahre Geschichte (oder gar 7000 Jahre) zurückgeht. Es war lediglich während der „Kulturrevolution“ strengstens verboten. Das Wissen um die Bedeutung der Harmonie und das Streben danach führt viele asiatische Menschen hin zu den Energieübungen Qui Gong, oder zu Tai Chi, dem „Schatten Boxen“ (wie es im westlichen Sprachgebrauch genannt wird), oder zu Yoga, oder zu ZEN, dem Weg, der das Ziel ist. Schon längst finden zunehmend auch westlich geprägte Menschen Zugang zu dieser Kultur.

Als im 19. Jahrhundert Feng Shui in Europa bekannt wurde, brachte man es mit der Geomantie in Verbindung. Während die Geomantie die Erde in den Mittelpunkt stellt, stellt Feng Shui den Menschen in den Mittelpunkt und ist umfassender als die Geomantie. In den letzten Jahrzehnten hat sich Feng Shui in Europa, den USA, Kanada und Australien stark verbreitet, nicht zuletzt durch die aus China geflohenen Meister. Es wurde den westlichen Lebensgewohnheiten angepasst, ohne dass essenzielle asiatische Weisheiten aufgegeben wurden. In Japan, Korea, Indien, Malaysia und den Philippinen gibt es eigene Feng Shui Strömungen.

Feng Shui gibt Auskunft über:

  • den Energiefluss des alles durchdringenden Chi,
  • das Balance-Spiel von Yin und Yang,
  • die fünf Wandlungsphasen (fünf Elemente) mit ihrem Bezug zu einander und zu den Energien, den Organen, den Richtungen im Raum, den Jahreszeiten, zu Farben, Formen, Emotionen, Zahlen,
  • die fünf Tiere Schildkröte, Drache, Tiger, Schlange und Phönix mit ihrer symbolhaften Bedeutung und Wirkung bezogen auf die verschiedenen landschaftlichen Elemente,
  • die neun Lebensfelder im Bagua (dem „Körper des Drachen“) als hilfreiches System zur Strukturierung eines Wohnhauses, einer Wohnung, eines Zimmers, eines Büros, Arbeitsplatzes, Theaters, einer Schule.

So wie unser Umfeld großen Einfluss auf uns ausübt, so wirkt sich unser äußerer und innerer Zustand auf das Umfeld aus. Das Umfeld kann sogar Ausdruck unseres Zustandes sein.

Feng Shui setzt bei der einzelnen Person an, ihrem konkreten Vorhaben (z.B. Hausbau, Umbau, Umgestaltung der Wohnung), den damit verbundenen Bedürfnissen, Zielen, Möglichkeiten. Es bezieht den Garten, die nähere Umgebung, die umliegende Landschaft mit ein. Im asiatischen Raum würde auch der optimale Zeitpunkt des Baubeginns und des Einzugs ins neue Heim eine große Rolle spielen.

Die individuelle Einzigartigkeit eines jeden soll in seinem persönlichen Umfeld Raum finden. Raum, der die Person und seine Entwicklungsmöglichkeiten fördert. Harmonie wird nicht durch Regeln und Gestaltungsvorschriften erzwungen, sondern durch Empathie und Kreativität situativ und ganz persönlich gestaltet.

Einige Gestaltungsmöglichkeiten im Rahmen eines Hausneubaus, die aus Feng Shui Sicht eine wichtige Rolle spielen können, seien an dieser Stelle als Beispiele aufgeführt (gesetzliche und behördliche Auflagen setzen ihrerseits einen Rahmen):

  • Soll sich der Baustil des Hauses dem typischen in der Landschaft gewachsenen Baustil anpassen oder soll er sich davon abheben, und welche Konsequenten würde das haben?
  • Welche prägende Energie aus dem Umfeld ist gegeben und wie wirkt sie auf das Grundstück (Nähe eines Gewässers, eines Berges)?
  • Wo ergibt sich nach Untersuchung des Grundstücks der bestmögliche Standort für das Haus, und welche Einwirkungen sind durch die unmittelbare Nachbarschaft zu erwarten?
  • Welche Raummaße sind optimal?
  • Wie ist die beste Raumaufteilung (Bagua) unter Berücksichtigung der Himmelsrichtungen, Anordnung der Fenster und Türen, der Gänge und Treppen (CHi-Fluss)?

Weiterhin sind die üblichen Kriterien zu klären (die alle im Rahmen des Feng Shui einen gewichtigen Stellenwert haben) wie z.B., Harmonie durch Möblierung, Farben, Beleuchtung, Tageslichteinfluss, Pflanzen, künstlerische und kunsthandwerkliche Werte, Gestaltung des Zugangs zum Haus, Gartengestaltung unter Berücksichtigung der Fenster-Ausblicke und so weiter. Nicht zu vergessen die Verwendung unbelasteter Materialien, Dämmstoffe, Installationen aller Art; Schutz vor E-Smog und evt. verbliebenen geopathischen Belastungen.

Ziele sind Raumharmonie und gutes Raumklima mit guten Schwingungen für Wohlgefühl, Stressfreiheit, Konzentrationsförderung zum lernen und arbeiten, wie auch zur Entspannung und Regeneration. In jedem Umfeld soll der bestmögliche Chi-Fluss gewährleistet sein.

Eine so geschaffene Umgebung wirkt positiv auf den/die Bewohner, auf die Familie, Freunde, Besucher, Kunden, nicht zu vergessen die Haustiere und Pflanzen. Die Bewohner haben jetzt Gelegenheit, ihrerseits dafür zu sorgen, dass sie durch Ihre Gesundheit, Lebensweise, Emotionen und Ausstrahlung positiv auf diese Umgebung wirken und sie prägen.